Die große Frage, die uns alle schon so lange Beschäftigt ist doch „Was brauchen wir“. Sie illustriert dabei auf anschaulichste Weise, die Wiedersprüchlichkeit sämtlicher politischer Bestrebungen der Menschheit. Denn wie könner wir das Erstreben unser Bedürfnisse einer Person aufbürden. Egal wie diese Person an Macht gekommen ist, egal wie gut oder schlecht sie ist, es ist unmöglich alle zufrieden zustellen. So verkommt diese Welt zu einem Kampf. Nein, eigenlich ist Kampf nicht das richtige Wort, denn es schwingt noch so etwas wie Ehre oder Anstrengung mit. Es lässt sich vielmehr mit einer Schlange an einer Supermarktkasse vergleichen, nur das alle Anstehenden besoffen sind. Beduselt von ihrer liebsten und einzigen Droge: Konsum. Diese Menschen versuchen sich vorzudrängeln. Dabei bricht keine Schlägerei aus, nein das wäre zu anstrengend.
Am Ende des ganzen leidvollen Spiels steht irgendjemand vorne, der es weder besonders verdient hat noch außergewöhnlich glücklich darüber ist. Er hat schließlich bloß seine Vorteile gesichert während wir anderen Müde daneben stehen und uns emotionslos an seine Stelle sehnen. Gar nicht, weil wir so große Bedürfnisse haben. Einfach weil es von uns verlangt wird. Genauso wie dass von einem erwartet wird in der Öffentlichkeit nicht laut zu rülpsen.
Wenn man es mal anders betrachtet, sind unsere Bedürfnisse keineswegs unendlich. Vielleicht entstehen sie auch nur aus geselleschaftlichen Zwängen heraus. Nehmen wir zum Beispiel die Ehe oder Kinder. Sie erzeugen ein erhöhtes Bedürfniss nach finanzieller Sicherheit. Warum? Man will schließlich seinen Kindern die Schmach ersparen arm zu sein. Warum das? Nun, hier wird des wirklich interessant, denn die Geschichte zeigt, dass die genialsten und kreativsten Köpfe eben nicht gerade die sind, die ihren Weg unterstützt durch die Eltern gegangen sind. Dessen Lebenslauf derart Perfekt ist, dass sie der konservative Direktor einer Sparkasse in einer Kleinstadt mit Handkuss einstellen und ihn am zweiten Tag schon die Codes für den Tresorraum anvertrauen würde. Die in der Retrospektive Besten sind von ganz unter gekommen. Sie sind Kinder der zweiten Chance, der Rebellion gegen das Bestehende.
Sicher, sie sind diesen Weg nicht unbeschadet gegangen aber wer kennt nicht den Ausspruch „Wer will schon ohne Narben sterben“ außerdem sind es nicht unsere Schwächen, Fehler und Depressionen die den Willen nach Änderung so extrem provozieren, dass er tatsächlich war wird.
Natürlich ist es falsch Menschen derart zu beurteilen und wahrscheinlich wäre es für alle am angenehmsten, wenn man sie einfach auf der allen Menschen eigenen Neugier arbeiten lässt. Ohne Schmerz. Aber scheinbar wollen wir das nicht.