Archiv für November 2008

Things

Seit Längerem verfolge ich Bre Pettis’ „things“-Reihe. Die kleinen Ausbrüche kreativ/künstlerischem Schaffens sind stets nett anzusehen und liebevoll inszeniert.

Mehr davon unter:
Bre Pettis’ Blog

Mr. Pettis ist Mitglied der legendären „NYC Resistors„, eine Art Club aus dem Herzen von New York, der sich mit angewandter Wissentschaft im wahrsten Sinne des Wortes beschäftigt.

Konservativ?

Ich bin keiner dieser Typen, die permanent ihren Hass auf das „System“ äußern nur um sich emotional abzusichern. Wenn ich mich emotional absichern will zieh ich die Gardinen zu, leg mich auf die Couch und trink ein paar Biere.
Aber manche Dinge sind schon verdammt seltsam. So zum Beispiel mein Studium. Meine Ausbildung war derart langweilig, dass ich wahnsinnig geil darauf war meinen Geist ein wenig herauszufordern doch jetzt, nachdem ich fast ein Jahr dabei bin, bekomme ich doch Zweifel ob sich das deutsche Hochschulsystem doch wirklich so sehr vom Wahnsinn einer Berufsausbildung unterscheidet. Eigendlich ist es eine recht einfache Sache: Lerne eine Menge Kram auswendig, schreibe es dann innerhalb von einer vorgegebenen Zeit unter Aufsicht auf ein Zettel. Wiederhole dies 40 mal und du bekommst einen Zettel da steht „Bachelor“ drauf und damit wurdest du offiziel zum harten Hengst gekührt.
Aber was springt für einen selbst wirklich dabei raus außer die gute Aussicht auf einen höheren Verdienst.
Man verbringt eine Menge Zeit damit alleine in seinem Zimmer rumzuhängen und Texte zu lesen. Das ist vielleicht ganz interessant aber es ersetzt trotzdem nicht die Freizeitaktivitäten, denen man sonst nachgeht. Ich glaube, es ist mir bewusst geworden, dass ein Studium eine elementare Ungerechtigkeit ist. Auf der einen Seite fordert es einen großen Teil deiner Zeit auf der anderen bildet es keinen Ersatz dafür „einfach mal rauszukommen“.

„It’s about what People need“

Die große Frage, die uns alle schon so lange Beschäftigt ist doch „Was brauchen wir“. Sie illustriert dabei auf anschaulichste Weise, die Wiedersprüchlichkeit sämtlicher politischer Bestrebungen der Menschheit. Denn wie könner wir das Erstreben unser Bedürfnisse einer Person aufbürden. Egal wie diese Person an Macht gekommen ist, egal wie gut oder schlecht sie ist, es ist unmöglich alle zufrieden zustellen. So verkommt diese Welt zu einem Kampf. Nein, eigenlich ist Kampf nicht das richtige Wort, denn es schwingt noch so etwas wie Ehre oder Anstrengung mit. Es lässt sich vielmehr mit einer Schlange an einer Supermarktkasse vergleichen, nur das alle Anstehenden besoffen sind. Beduselt von ihrer liebsten und einzigen Droge: Konsum. Diese Menschen versuchen sich vorzudrängeln. Dabei bricht keine Schlägerei aus, nein das wäre zu anstrengend.
Am Ende des ganzen leidvollen Spiels steht irgendjemand vorne, der es weder besonders verdient hat noch außergewöhnlich glücklich darüber ist. Er hat schließlich bloß seine Vorteile gesichert während wir anderen Müde daneben stehen und uns emotionslos an seine Stelle sehnen. Gar nicht, weil wir so große Bedürfnisse haben. Einfach weil es von uns verlangt wird. Genauso wie dass von einem erwartet wird in der Öffentlichkeit nicht laut zu rülpsen.

Wenn man es mal anders betrachtet, sind unsere Bedürfnisse keineswegs unendlich. Vielleicht entstehen sie auch nur aus geselleschaftlichen Zwängen heraus. Nehmen wir zum Beispiel die Ehe oder Kinder. Sie erzeugen ein erhöhtes Bedürfniss nach finanzieller Sicherheit. Warum? Man will schließlich seinen Kindern die Schmach ersparen arm zu sein. Warum das? Nun, hier wird des wirklich interessant, denn die Geschichte zeigt, dass die genialsten und kreativsten Köpfe eben nicht gerade die sind, die ihren Weg unterstützt durch die Eltern gegangen sind. Dessen Lebenslauf derart Perfekt ist, dass sie der konservative Direktor einer Sparkasse in einer Kleinstadt mit Handkuss einstellen und ihn am zweiten Tag schon die Codes für den Tresorraum anvertrauen würde. Die in der Retrospektive Besten sind von ganz unter gekommen. Sie sind Kinder der zweiten Chance, der Rebellion gegen das Bestehende.
Sicher, sie sind diesen Weg nicht unbeschadet gegangen aber wer kennt nicht den Ausspruch „Wer will schon ohne Narben sterben“ außerdem sind es nicht unsere Schwächen, Fehler und Depressionen die den Willen nach Änderung so extrem provozieren, dass er tatsächlich war wird.

Natürlich ist es falsch Menschen derart zu beurteilen und wahrscheinlich wäre es für alle am angenehmsten, wenn man sie einfach auf der allen Menschen eigenen Neugier arbeiten lässt. Ohne Schmerz. Aber scheinbar wollen wir das nicht.

XMind

Heute meldete TUAW, dass XMind zu einem OpenSource-Projekt gemacht wurden, was mich dazu veranlasste das Programm prompt runterzuladen und auszuprobieren. Schließlich kostet die Vollversion mal eben 299 $ und die „offene“ Variante soll einige Features von der Variante für professionelle Anwender mitbekommen haben.
Gegenüber PersonalBrain glänzt XMind vor allem mit Übersichtlichkeit: Die Abwesenheit Pseudo 3D und vordefinierte Strukturen halten die Konstruktion übersichtlich. Zudem gefallen mir die Export- und Druckmöglichkeiten wesentlich besser. So ist wenn schon kein PDF so aber ein Export als Bild möglich. Die Kommentar- und Taggingfunktionen sind ähnlich ausgereift wie bei PersonalBrain.

Creating Brains

In einer Zeit, in der alles konsequent digitalisiert wird, dürfen wir nicht vor uns selbst zurückschrecken. Damit meine ich keinesfalls audio oder visuelle Information, nein viel intimer, unsere Gedanken!
Dabei hilft uns PersonalBrain von „The Brain“. Innerhalb der glatten Aqua-Arbeitsoberfläche kann man bequem „Thoughs“ erstellen, sie kommentieren, verlinken, filtern und zu guter letzt das ganze „Brain“ als Html oder Xml-File exportieren.
Bevor ich PersonalBrain ernsthaft ausprobierte, war ich weniger ein Fan von solche Lernmethoden. Vielleicht weil ich sie noch aus grauer Schul-Vorzeit mit pubertätsbedingt unangenehm wirkenden Präsentationsaufgaben verbinde. Aber meine Studium-Motivationskurve ist in den letzten Monaten durch viel BWL und Systemtheorie ziemliche stark nach unten gegangen und so kam ich zu dem Entschluss bei einem erneuten Versuch würde mir auch kein Diamant aus der Krone brechen.
In der Tat hat mich die Methode überzeugt: Die Visualisierung, welche bequem und schnell zusammengeklickt ist hilft doch enorm Sachverhalte in Beziehung zu setzen und sich einzuprägen. Als wesentlichsten Nachteil von PersonalBrain sehe ich die zuvor angesprochenen doch recht begrenzten Exportmöglichkeiten des erstellten Brains. Ein PDF wäre z.B. sehr wünschenswert. Zusätzlich sind die Ausdrucke der Brain ziemlich schlecht: Mangelnde Qualität und kaum Einstellmöglichkeiten.

Insgesamt kann ich PersonalBrain für jeden empfehlen, der lernspezifisch eher visuell veranlagt ist. Meiner Meinung nach, die beste Mindmapping-Software für den Mac.

Mein Trigonometrie-Brain