Das Leben ist ein Reihe von Entscheidungen. Jede Wahl lässt millionen neue Möglichkeiten entstehen und millionen wieder verschwinden. Aber sind wir es wirklich, die diese Entscheidungen treffen? Oder ist es nicht vielmehr das rote, gelbe oder grüne Licht. Unsere Uhr, der Kontostand. Schubst uns das alles nicht von einer Ecke in die andere wie eine Flipperkugel in einem überdimensional großen Tisch. Je nach dem wo wir gegenstoßen haben wir mehr Erfolg oder landen im Abgrund. Vielleicht sind es nur die beiden Paddel darüber, die wir beeinflussen können.
Archiv für August 2008
Veröffentlicht 31. August 2008 Der ganz normale Wahnsinn , Unfertiges aus meinen Windungen Hinterlasse einen Kommentar
Zwitschern?
Veröffentlicht 28. August 2008 Meine Meinung , Technik Hinterlasse einen KommentarTags: NatsuLion, Socialnetwork, Twhirl, Twitter, Twitterclient, Twitterrific
Vor etwa 2 Monaten entdeckte ich Twitter für mich und find es recht angenehm. Es ist eine wilkommen Gelegenheit über eine gegebene Situation zu meckern oder sich zu freuen. Einfach ein Sätzlein „for the record“.
So habe ich verschiedene Twitterclients für MacOS durchprobiert:
Twhirl
Meiner Meinung nach ist diese ganze Sache mit dem Adobe Air Framework ein wenig suspekt. Leopard bietet mit dem Cocoa und Carbon Framework durch aus sehr gut zu verwendene Möglichkeiten auf die schicke Aqua Oberfläche zuzugreifen. Warum dann den Umweg über Air gehen? Ich finde Plattformunabhängigkeit wird generell überbewertet!
Twhirl macht allerdings abgesehen von der Widget-Optik durchaus eine gute Figur. Die Aktualisierungen funktionieren prompt und innerhalb der gewünschten Intervalle, die Einstellmöglichkeiten sind vielfältig.
Trotzdem wollte ich einen Client dem ein Leopard Framework zu Grunde liegt, so kam ich auf NatsuLion.
Doch bei mir machte das Tool Probleme: Aktualisierungen (auch der eigene Post) kommen erst stark verzögert selbst bei kurzen Aktualisierungsintervallen. Öfter kam die Fehlermeldung „no reply from server“ obwohl twitter nicht down war (das kann man prüfen unter istwitterdown?). Ein wenig entäuschend, denn die schlichte Optik gefällt. Die Bedienung ist ok, es hat nur eine Weile gedauert, bis ich darauf kam, dass man auf das Thumbnail des jeweiligen Users klicken muss um ein Reply zu verfassen.
Schließlich landete ich bei Twitterrific, der wohl bekannteste Twitterclient. Großer Nachteil: 14,95 Dollar kostet es, wenn man die Software ohne Werbung genießen will. Ansonsten bekommt man einmal pro Stunde eine Anzeige. Dennoch ist Twitterrific ein überzeugendes Programm. Die Bedienung lehnt sich stark an das Twitter-Webinterface an und ist dementsprechend intuitiv zu erfassen. Die Optik ist mit dem durchsichtigen, schwarzen Fenster sehr geschmackvoll (Ich glaube diese Optik als Teil von Aqua ist neu seit Leopard. Sie wird z.B. bei Apreture, iPhoto oder InterfaceBuilder genutzt). Im Vergleich zu NatsuLion scheinen die Aktualisierungsprozesse wesentlich reibungloser zu verlaufen.

Die DockSpacers finde ich prinzipiell ganz gut aber irgendwie ist mir der Abstand, den sie schaffen ein wenig zu groß o_O
Schon von Weitem jegt mir das gelb-blaue Schild einen Schauer über den Rücken als ich mich dem Konsummolloch nähere auf der Suche nach neuer Bestuhlung für meine Hütte. Der erste Bringer schon kurz nach dem Parken: Ein alter Mann versucht mit seiner ganzen Kraft ein viel zu großes Paket auf seine Schrottkiste zu zerren während seine Alte mäckelnd daneben steht und die Enkelgöhre gerade mit beschissenen Butterkeksen den ganzen Innenraum versaut.
Drinnen dann weitere Blagen: „Mami ich will ins Spielland… Mami du hörst mir ja gar nicht zu.“ Oh Gott ich will niemals Kinder haben! „Halt’s Maul, Göre“ murmel ich wahrscheinlich lauter als beabsichtig, was sich aus dem gekränkten Blick der Mutter schließen kann.
„Oh Gott, habe ich die Schandtat begangen und die heilige Ausgeburt deiner Lenden beleidigt. Wie Leid mir das tut. Und, appropo, hast du nichts besseres zu tun als in diesem Scheissladen herumzurennen und Schrott zu kaufen den irgendwelche chinesischen Sklavenarbeiten für 50 Cent am Tag zusammengerotzt haben. Sicher heulst grade du am lautesten wenn es wieder heißt, dass die Preise steigen.“ So etwas geht mir durch den Kopf während ich den Ständer mit den Teppichproben mit Teddybärmustern umrenne. Ich drehe mich nicht einmal um. Mit dem Kopf durch die Wand sozusagen.
Unterwegs habe ich dann noch das Glück die zweite Ikea-Erscheinung zu bewundern: Pärchen! Den meisten kann man am Gesichtsausdruck ablesen, dass sie krampfhaft versuchen sich nicht an die Kehle zu gehen. Andere, insbesondere der männliche Part, zeigt meist totale Erschöpfung.
Ikea ist Krieg!
Die erste Woche seit dem Urlaub war nichts los auf der Arbeit und Terzis entwickelte eine unglaubliche Kreativität darin, uns mit Aufräumen zu beschäftigen. Ich habe mindesten 20 Autos ausgesaugt, die Fenster und die Fensterbänke der Werkstatt geputzt, Dreck von den Werkzeugschränken abgekratzt sowie jeden Quadratzentimeter der Halle gefegt und gewienert so dass ich mir schon über eventuelle phychologische Auswirkungen gedanken mache. Alex und Matthias laberten dabei Dünnschiss auf ganz derben Niveau.
Am Freitag dann hat Alex seine Liebe zu „Heroes of Might and Magic“ in der Handy-Version entdeckt und verbrachte damit die meiste Zeit des Tages während Matthias schon um 11 abgehauen ist zum Wodka trinken auf Betriebskosten in Polen. Irgendwie beneide ich ihn. Nach dem Frühstück gab es dann ein wenig Arbeit und ich konnte einen Audi auseinanderschrauben.
Am Nachmittag, nach einigem Rumhängen, sollte Nico dann einen Bodykit für einen Eos anpassen, was er mit lauten kroatischen Flüchen untermalte: „Je bempti schupa“ – heißt wohl soviel wie „Verdammte Scheisse“. Der einzige der sowas vor ihm schonmal gemacht hat ist Ewald, der vermutlich eigendlich längst in Rente sein sollte. Aber Ewald ist Perfektionist und liebt seinen Job weswegen ihn die Meisten nicht abkönnen. Am Freitag war er zum ersten Mal seit 2 Jahren im Urlaub, was den Lagerarbeitern freie Bahn zum Lästern gab. Ewald hatte dieses Bodykit nicht eben nur angeklebt, sonder mit Blechen verstärkt um eine Flattern bei höheren Geschwindigkeiten zu verhinden. „Das wäre vielleicht anno dazumal nötig gewesen“ meinte der Lagerist.
„Ist mir scheiss egal“ meint Nico nur dazu. „Ich kleb die Scheisse mit Scheibenkleber ran, da flattert nichts und wenn, ists mir auch egal.“
Laut aktuellen wissentschaftliche Erkenntnissen, ordnet der Mensch Dinge, damit er sie besser verstehen kann. Das Chaos ist ihm unbegreiflich. Aus eben diesem Grunde orderte ich mir das „Wandregal Buche/Ahorn“ vom amazon.de-Händler „Couch und Co“ für 29,90. Die Lieferung dauert untypischer Weise fast eine ganze Woche und kostete 5,00 Euro Versandgebühr.

„Vorsicht Glas“ obwohl gar kein Glas drin ist! In was für einer Welt leben wir?
Nach einer etwas umständlich Auspackprozedur lagen nun die Rohteile vor mit. Der erste Eindruck ist eher mau: Ausschließlich Furnier und obendrein noch von schlechter Qualität (die Ecken bröckelten schon ab). Der Zusammenbau hingegen ist absolut Narrensicher.

Seltsamerweise passt das Wandbefestigungssystem von der Dimensionierung her nicht wirklich zu dem Fügungen des Regals an sich, welche durch 100 mm lange Innensechskantschrauben erfolgen (Schrauben dreher mitgeliefert!) während das Regal nur von vier winzigen Schräubchen an der Wand gehalten wird.

Fazit:
Wer denkt, dass man für 29,90 keine vernünftigen Möbel bekommt hat vollkommen recht. Lieber aus dem Baumarkt ein paar gute Holzplatten kaufen und selber machen. Kommt sicher günstiger mit wesentlich besserer Qualität.
Als ich vor die Tür trete weht mir ein kühler Wind entgegen während sich der Himmel voller Sterne darbietet. Von Nikotinsucht getrieben mache ich mich auf zum nächsten Verteiler; aus meinen Kopfhörern klingt Torch mit „Gewalt oder Sex“ – Musik aus einer anderen Zeit. Zwei Straßen vor meinem Ziel gehen alle Laternen aus. „Scheisse, schon halb zwei“ denke ich und erreiche schließlich den Automaten. Ich stecke meine Geldkarte hinein, drücke eine Taste. „Leer. Bitte neu wählen“. Die nächste Taste: „Betriebsbereit 4,00 Euro“ danach tut sich nichts mehr. Der nächste Automat ein ganzes Stück weit entfernt, doch ich nehme die Kopfhörer ab und mache mich trotzdessen auf den Weg. Es verunsichert mich, wenn ich weder sehen noch hören kann was um mich passiert. Die Szenerie ist unheimlich, als würden gar keine Menschen in diesen vielen Häusern wohnen.
Schon seltsam: Wenn ich am Tag durch das Dorf gehe, versuche ich Leuten, wenn man denn welche trifft aus dem Weg zu gehen. Stets bilde ich mir ein, sie würden mich abschätzig mustern und dann hinterher ihrer ganzen Dorfbekanntschaft erzählen, dass sie wieder dieser abgehalfternten Typen gesehen haben.
Zwei große Eichen beschatten die Straße, dämpfen selbst das schwache Licht der Sterne. Unwillkürlich muss ich an Szenen aus „I am Legend“ denken und seltsamerweise auch an E.T. den Außerirdischen, den ich mit 6 Jahren anschaute und anschließend zwei Monate lang nicht mehr richtig schlafen konnte vor Angst dieses Wesen würde kommen und mich mit seinen Fingern berühren.
Um mich abzulenken bilde ich mir eins dieser üblichen Denkkonstrukte; hervorragend um Zeit zu vernichten wenn man grade auf einen Zug wartet oder keine Lust mehr hat zu lernen. Ich stelle mir vor ich wäre mit einem Mädchen unterwegs, nachdem wir lange feiern waren. Zusammen gehen wir durch das dunkele Dorf und sie legt einen Arm um mich. Ich fühle mich ein wenig gemocht.
„Meine Güte ist das armseelig.“ – In solchen Moment kommt einem die Frage in den Sinn, ob das eigendlich noch schlimmer kommen kann. Wenn ich früher nachts durch das Dorf gelatscht bin war ich wenigstens betrunken. Jetzt bin ich bloß müde in meinem verschwitzen Metallica T-Shirt, der dreckigen Hosen und einem offenen Schnürsenkel.
Endlich bin ich am Automaten angelangt; das Licht das er austrahlt wirkt seltsam fehl am Platz. Ich schließe die Transaktion ab und stecke mir eine ins Gesicht. „Wie lange geht das jetzt schon so mit dem scheiss Rauchen?“ Immer diese Selbstkontrolle. Hat man seine Lebenszeit schon erheblich verkürzt. Als mir mein lautes Atemgeräusch auffällt kenne ich die Antwort.
Ein paar Häuser vor meinem Wohnort ist ein Fenster noch hell erleuchtet. Eine jugendlich klingende Stimme flucht laut, scheinbar beim Computerspielen.


