Archiv für Juli 2008

Geht es nicht in der kapitalistischen Gesellschaft ausschließlich um die Frage, ob man derjenige ist auf den Ungerechtigkeiten ausgeübt werden oder der, der sie ausübt? Das ist schon eine beschissene Auswahl.

Gestern dann Bier und Whisky am See; die Lernproduktivität dieses Urlaubs tendiert mitlerweile gegen Null und ich kotze mich damit selbst an. Wenn ich in meine Planung schaue überwältigt mich fast die Panik. Gasgeben!

Jetzt muss ich zu der niedlichen bayrischen Zahnärztin fahren immer noch leicht angesoffen.

Urlaubsleben II

Urlaubsleben

Ein Abend im Sommer. Alleine. Die Suche nach Gedanken. Ein Schmunzeln.

Der Abend, im Sommer vor vier Jahren, oder ist das schon länger her? Benni und Andreas klingelten an unserer Haustür, meine Mutter ging hin und rief mich; den Alkohol hatten sie vorsichtshalber im Gebüsch versteckt. Mir ging es gut zu dieser Zeit, lief regelmäßig und rauchte so gut wie gar nicht mehr. Wir gingen hinter den Wald, wo die Sonne grade über den blutroten Weizenfeldern unterging. Bei dem ersten Bier erzählten wir uns von Liebe, von Zukunft und davon wie es sein würde. Die Zigarette schmeckte außergewöhnlich und wir spielten Bierflaschenweitwerfen mit Enthusiasmus.
Schließlich gingen wir zum Sambuca über – süßes, klebriges Glück. Der Momente so langsam macht, dass man sich an jeden Sonnestrahl, Grashalm, jedes gesprochene Wort erinnert. Nach einer Weile zogen wir durch das Dorf, Lieder gröhlend, die wir von ganzem Herzen liebten.
Wir stiegen auf ein Klettergerüst des Dorfspielplatzes um uns die Sterne näher zu besehen; Andreas hatte ernsthafte Probleme herunter zu gelangen.

Metaform – Crush

Ich dachte, ich schreib mal was Schönes, jetzt mit so einem kleinen Bierrausch ist das doch auch viel netter als immer diese grauen Gedanken. Also ich traf dieses wunderschöne Mädchen auf der Arbeit während eines Ferienjobs in einer gottverdammten Werkstatt. Keine Ahnung, was sie da wollte; ihre Hände waren zart und unglaublich lasziv. Die Händer einer Künstlerin, die so ein Feingefühl hat, das sie mit diesen Fingern menschliche Gesichter aus einem Klumpen Dreck formen kann. Wenn sie arbeitete steckte sie ihre blonden Haare immer zu einem Zopf hoch, so dass ihr Gesicht, der hellen Umrandung entledigt, ein wenig kantiger wirkte. Ich mochte das. Sie war ungern allein und so arbeiteten wir öfter zusammen. Vermutlich mochte sie mich, weil ich sie nicht angrub; jede Hoffnung hatte ich irgendwie verloren und schließlich wollte ich mich auch nicht blamieren, wenn sie mich abweisen würde. Doch manchmal, manchmal sagte ich irgendwas… so dass sie lachte. Kein Lautes lachen aber ihr schmaler Körper bebte dabei. Und einmal machte ich eine Bewegung und unsere Gesichter waren irgendwie ganz nah beisammen und ich glaube ich hätte sie sehr gern geküsst; sie schaute nach unten.

Als S.G. von der Arbeit kam und seine große, teure Wohnung betrat ließ er langsam zischend die Luft aus seinen Lungen entweichen. Sie war leer, denn er hatte sich nie durchringen können sich großartig Möbel anzuschaffen. Zum größten Teil, war es immer noch der alte Kram aus seinem Jugendzimmer. So auch die grüne Stoffcouch, die er mal für einen Hunderter in irgendeinem Billigladen erstanden hatte und auf die er sich fallen ließ mit einem kühlen Bier in der Hand. Er nahm einen guten Zug und kramte nach Zigaretten in seiner Hosentasche. Es war seltsam still hier, wenn er von seinem hektischen Job zurück kam. Dieser Affenzirkus dort. Doch was war schon die Alternative? Die Wochenenden? S.G. war in gewisser Weise enttäuscht vom Leben, auch wenn er ausreichend Intelligenz besaß, um sich seiner eigenen Schuld an diesem Gefühl bewusst zu sein. Aber anderseits konnte er es sich auch nicht anders vorstellen.

Noch ein letztes Mal hängen wir alle an diesem unliebsamen Ort herum, ein letztes Mal so richtig übel Dünnschiss erzählen aus purer Langerweile. Dann ist es endlich vorbei. Zumindest für die nächsten drei Wochen. Es wird auch Zeit, denn irgendein Limit, dass ich nicht ganz beschreiben kann ist ausgereizt. Vermutlich bekommt man den Eindruck, dass Leben würde aus nichts anderem bestehen, als aus diesen beschissenen Autos; wenn man darüber nachdenkt, stellt man fest, dass man einfach viel zu viel Zeit damit verbringt, auf diese Maschinen zu starren.

Ich fürchte mich ein wenig davor, dass der Urlaub nicht besonders erholsam sein wird, da ich vermutlich zu Hause bleibe. Jetzt wo man das Geld hätte um zu reißen, fehlt die Zeit und der Mut.

Romansgrüße

Danke für die Karte! Hab versucht eine eMail zu schreiben aber bekam nur eine Antwort von so einem Typen mit einem sehr seltsamen Namen: „mailer-daemon“ :D

Wünsche dir weiterhin viel Spaß auf hoher See…

agriculture VI

„People got so much to say they talk, talk, talk their lives away“

Endlich ist man draußen. Dieses viele Gelaber über nichts und Sinnloses. Der Raum entwickelt ein Klima, dass schon nach wenigen Minuten Kopfschmerzen verursacht. Dann endlich rauß Köpfhörer rein, Musik an! Darauf warte ich schon den ganzen Tag. Insbesondere in-ear Kopfhörer sind meine erste Wahl, denn sie sind zunächst absolut dich gegen Außengeräusche und ferner sind diese Art der Ohrhörer die einzigen, bei denen man das Gefühl hat, die Musik richtig „spüren“ zu können. Die Bässe sind da!

Seit ich mir meinen treuen iPod Nano vor etwa 2 Jahren kaufte nutzte ich auch die in-ear Hörer von Apple, die mir bis dato treue Dienste geleistet haben. Doch sie haben schon ein wenig gelitten; das Kabel ist verfärbt und teilweise aufgeraut. Sie wurden eben viel genutzt.
Also beschloss ich spontan mir Neue zu bestellen. Meine Wahl viel nach einigem Blättern bei Amazon.de auf die Sony MDR- EX 90 für 72,95,-.

Das Bild täuscht nicht: Die Verarbeitung ist wirklich hervorragend. Die Komponenten scheinen tatsächlich gearbeitete Drehteile zu sein, welche sich perfekt ineinanderfügen. Da knarscht und wackelt nichts; hier sind sie wesentlich besser als die (auch nur halb so teuren) Apple in-ear Kopfhörer.

Der Klang ist erwartet gut. Die Bässe sind wesentlich differenzierter als beim Vergleichsmodell. Auch der Tragekomfort ist in Ordnung, was man aufgrund der etwas eigenartigen Form ja nicht wirklich auf den ersten Blick glaubt. Doch sie haken sich perfekt ins Ohr ein und bilden einen zuverlässigen Soundschutzwall gegen die Welt um einen herum. Wenn’s mal wieder länger dauert…. Manche beschweren sich, dass die Natur uns Menschen nicht die Fähigkeit gegeben hat die Ohren, wie die Augen zu verschließen; aber dies hier ist eine Lösung, die mir eigendlich viel besser gefällt. Es gibt nichts besseres als mit Mahler im Ohr durch die Stadt zu fahren und die Menschen zu beobachten.

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