Archiv für Juni 2008

Ich habe einen Kater; einen richtig schlimmen. Sogar schlecht ist mir. Sonst ist mir nie schlecht. Nicht an den Geschmack von Pernod denken!!

agriculture -II-

Die reißen eines Tages noch die Weltherrschaft an sich!!

„Koch Cappucino, du Schlampe!!!“ schreit Terzis zu Nikola herüber der bloß lacht: „Ja, ja Malakka“

Hier bin ich nun, da wo ich nie hinwollte. Aus irgendwelchen Gründen, die mir im nachhinein wenig eingängig sind stehe ich nun hier in diesem Autohaus. „Was mache ich hier?“ frage ich mich, als ich zum x-ten Mal an diesem Tag den Müll zum Container schleppe. Es sind weit über 30° und der Schweiß läuft mir über das Gesicht. Wie kann man nur so etwas sein Leben lang machen? Ich bin gerade eine Woche hier und habe schon die Schnauze voll. Nicht das das falsch verstanden wird: Ich hab nichts gegen Arbeiten. Aber das hier ist so stupide. Immer wieder derselbe Scheiss Tag für Tag. „Nun mal langsam..“ ermahnt mich eine Stimme im Kopf „Die Leute hier machen gute ehrliche Arbeit, hälts du dich für was besseres oder was?“

Nein, natürlich nicht. Ich gebe ja auch gerne zu, dass ich vieles von dem, was hier gemacht wird nicht kann, aus dem einfach Grunde, dass es mir keiner zeigt. Aber eigendlich will ich es auch gar nicht können. Automobile, diese veraltete Technologie. Seit nunmehr 100 Jahren sind die Menschen im verfallen, dabei ist es einfach nur eine primitive Abwandlung der Dampfmaschine. Außerdem wird es in spätesten 30 Jahren entweder keine Autos mehr geben, oder man wird einen alternativen Antrieb gefunden haben.

Ich danke Gott, Jesus, Buddha oder wem auch immer, dass mir die Chance gegeben wurde zu studieren. Etwas, was mich davon abhält mein Gehirn dauerhaft hinunter zu fahren.

Terzis meckert, die neu eingesetzte Frontscheibe wäre nicht sauber genug, obwohl ich mindestens eine halbe Stunde draufrumgeeiert bin und kein einzigen Fleck mehr finden kann. „Immer schön luckylucky machen!“ Na klar! Ich nehme es ihm nicht übel aber ich habe diese Werkstattsprüche so satt. Es ist immer der selbe Scheiss, wie eine Sprachseuche, die jeden befällt, der sich für einen längeren Zeitraum in diesen Umfeld aufhält und ich ertappe mich dabei, peinlich genau darauf zu achten, nichts davon nachzuplappern, was mir besonders in Situationen der absoluten Langeweile meist nicht gelingt. Dieses gelaber ist wie ein Schutzwall, den man um den Geist aufbauen kann.

Der Tag schleppt sich so dahin. Ich leere meine Cola und stecke mir die 15te Zigarrette des Tages an während ich mir mit dem Ellenbogen übersgesicht wische. „So kein Bock mehr.“ Bloß nicht daran denken, was man in dieser Zeit alles hätte tun können, die ich hier für mickriege 630 Kröten verscheuern muss. Die Studiengebühren abgezogen reicht es noch nicht einmal für eine kleine Wohnung, geschweige denn ein WG Zimmer. Von wegen „freie Bildung für alle“ sehr witzig.

Im Auto auf dem Weg nach Hause, kommt es mir vor als hätte ich eine längere Wanderung hinter mir. Trotzdem zwinge ich mich noch Mathe zu lernen. „Willst du das machen?“ frage ich mich. Eigendliche eine ziemlich gute Motivation.

Als ich mit dem Abitur fertig war, war ich irgendwie auch mit mir selbst fertig. Nie wäre mir in den Sinn gekommen, dass ich eines Tages eine Ingenieurswissentschaft studieren würde mit meinem Pünktchen in Mathe, dass ich einfach für meine Anwesenheit bekommen hatte. Geschichte war ein „Wunschfach“ nach Biologie, wo ich aufgrund mangelnder Chemiekenntnisse keine Lust drauf hatte. Eigendlich hatte ich zu nichts wirklich Lust außer rumhänhgen und kiffen. Manchmal wünschte ich mir, ich wäre dabei geblieben aber das wird irgendwann entweder gefährlich oder langweilig. Bei wir war es eine Mischung aus beidem.

Dann kristallisierte sich „vollkommen überraschend“ ein Problem heraus: Wie bezahlen? BaFög? Nein, meine Eltern verdienen zu viel, habe aber gleichzeitig so viele Schulde, dass sie mich nicht wirklich unterstützen können. In diesem Scheiss BaFög Formular wird alle absolut jede Scheisse berücksichtigt, außer die Schulden der Eltern.
Was nun? Naja erstmal jede Menge Bier trinken. Das entspannt und entfernt lästige Gehirnmasse. Mein alter Herr erzählte mir von seiner tollen Ausbildung bei einem großen deutschen Automobilkonzern. Dumm nur, dass man diese in den letzten 30 Jahren dermaßen herunterrationalisiert hat, dass die Bezeichnung „Ausbildung“ eigendlich eine Lüge ist.

Naja und nun stehe ich hier… noch 4 Monate. Gott, wie es mich ankotzt. Und morgen muss ich da wieder hin.

Wer hat eigendlich Sonntage erfunden? Diesen komischen Tag, an dem man sich selbst fragt, warum man morgens Kaffee trinkt. Eigendlich hat man gar keine Lust wach zu werden. Eigendlich will man gar nicht an die neue Woche denken und eigendlich will man sich bloß wieder ins Bett legen, die Decke über den Kopf ziehen; sich vorstellend, die Welt wäre nur dieses kleine dunkle, warme Universum.
Weitermachen, versuchen die negativen Gedanken zu verdrängen. Sich das Schöne bewusst machen, wenn man mit der Straßenbahn durch die große Stadt fährt und sich die Morgensonne in den Blättern der umherstehenden Bäume bricht, einer Illusion gleich, einer Computersimulation. Das nicht in Spielegrafik gerenderte Intro zu einem schwierigen und ungerechten Spiel.

Die nächsten Monate werden definitiv welche, in denen ich mich selbst besser kennen lernen werde. Das was Veränderunge eben mit sich bringen, was mir seit jeher Angst macht. Aber es muss jetzt einfach mal sein; es wird mein leben erleichtern, entspannen. Was nützt es, wenn man nach einem stressigen Tag nach Hause kommt, immernoch einige Stunden Arbeit vor sich und sich in der Umgebund nicht wohlfühlt.