Samstag Abend. Schon seltsam. Ich sitze hier mit meinem MacBook im Wohnzimmer vor dem Fernseher und versuche die Zeit totzuschlagen. Um ein Uhr muss ich meine Eltern von einer Party abholen. Vor nicht mal einem Jahr war ich derjenige, den sie nachts um 4 von irgendeiner Drecks-Saufparty nach Hause zerren mussten. Eher „verladen“, denn ich hatte mich vorher meist selbst ausgeschaltet . Die entscheidenen Frage ist eigendlich: Ist diese Entwicklung positiv oder negativ.
Das wirklich Unerwartete am Älterwerden ist die zwangsläufige Reduktion des Kontaktes mit Freunden, die sich, nun auf ihren eigenen Wegen, überall auf der Welt verstreut herumtreiben. Vielleicht ist das normal.



Normal, vielleicht. Aber nicht sehr angenehm. Ich versuche schon seit einigen Monaten eine Methode zu entwickeln, die Zeit anzuhalten bzw. rückwärtslaufen zu lassen in einem Intervall von 6 Jahren.. um dann wieder vorwärts zu gehen, eingehend mit einer Gedächtnisausradierung.
Die Resultate lassen auf sich warten.
Du spielst auf eine weitere interessante Frage an Sara: Will man das Ganze wirklich nochmal durchleben?
Ich fühlte mich in dem Alter nicht wirklich gut. Vielen geliebten Menschen bereitete man Kummer durch irrationales, selbstzerstörerisches Verhalten.
Es ist wie „Search for I“. Oder um aus Rocko Schamoni „Sternstunden der Bedeutungslosigkeit“ zu zitieren: „Ich zog aus, um die Welt zu erobern. Doch sie war schon erobert.“
Im Endeffekt ist es an uns, uns selbst zu definieren. In diesem Alter wird einem klar, dass der Umweg der Definition aus unserer Umgebung heraus nicht Funktioniert. Ich meine, weder unsere Freunde, noch unsere Eltern, unser Job, die Kleidung, die Musik, die Drogen können uns sagen wer wir sind.
Es liegt allein an uns und das „allein“ bereitet einem Probleme.
MfG
Daniel