Ein dunkler Raum. Eine schwache Lichtquelle erhellt einen Teil der Wand, als hätte jemand einen Farbklecks auf einem Schwarz-Weiß-Film hinterlassen. Das Zimmer ist nicht sehr groß, das Bett auf dem der Mann liegt nimmt bereits einen großen Teil des Raums ein. Er atmet schwer; in der Ferne hört er den niemals aufhörenden Strom der Wichtigkeit. Genug davon! Die Kopfhörer finden ihren Weg in die Ohren, die Töne tragen ihn davon. Auf eine Bühne, an einen Strand, in die Arme einer Frau. Beinahe, ja für einen kurzen Moment riecht er ihre Haare. Dann ist es vorbei und es ist wieder da, das Leben.
Archiv für Februar 2008
Die Begeisterung war von Anfang an da. Schließlich besitze ich seit meinem sechsten Lebenjahr PC´s und kann mich noch gut an die Commodores meines Vaters erinnern. Allerdings gab ich nie zuvor soviel Geld für einen Computer aus, vermutlich weil ich auch nie zuvor wirklich so viel Geld hatte.
Es war schon ein schönes Gefühl als ich vor ca. drei Monaten mit meinem neuen 2,2 Ghz MacBook aus dem Apple-Store ging; voller freudiger Erwartung und Neugiert, was dieses mir völlig unbekannte System zu leisten vermöge. Die folgenden drei Tage verbrachte ich fast ausschließlich vor der Maschine. Wie man Software installiert, das „herüberziehen“ in den Programme-Ordner war mir zunächst sehr befremdlich. Keine Installationsprozedur? Und wie entfernt man ein Programm überhaupt wieder. Ich frage einen befreundeten Webdesigner, der schon länger mit Macs arbeitet. Die Antwort war sehr einfach „Zieh das Icon in den Papierkorb“. „Das wars??“ „Das wars!“.
Einen weiteren die Apple-Momente zeigte sich, als ich eine externen Monitor ansteckte. Ich frage mich, wie ich die Leiste am oberen Bildschirmrand dazu bracht, auf dem neuen Monitor zu erscheinen. Mit zunehmder ratlosigkeit suchte ich nach irgendeinem Häckchen oder einem Dropdown-Menü, ergebnislos. Als ich dann herausfand, dass man die Leiste einfach in der miniaturisierten Ansicht der Monitore in den Systemeinstellungen herüberziehen konnte musste ich mit erschrecken feststellen, dass ich vermutlich regelrecht Windows-geschädigt bin.
Noch heute freue ich mich jedesmal wenn ich mein schönes Laptop anschaue. Für einen Windows-User klingt das sicher ziemlich affig aber ein Mac fällt einem einfach nicht so oft auf, weil er einfach keine Probleme macht. Man schaut eigendlich nur hin, um sich an dem netten Design zu erfreuen jedoch nie in Ärger.
Nur zwei Probleme habe ich heute noch mit dem Mac: Die iSight-Kamera schaltet sich oft unmittelbar nach dem Start an (die Kontrolllampe leuchtet) allerdings funktioniert sie nicht, wenn man Photobooth startet. Erst nach kompletten Runterfahren normalisiert sich das Ganze. Das kommt allerdings nur sehr selten vor, vielleicht bei jedem 100. Hochfahren.
Außerdem fährt mein MacBook öfter mal unvermittelt aus dem Ruhezustand. Mal ohne Angaben von Gründen, mal weil sich unerklärlicherweise die Bluetooth-Tastatur abgemeldet hat, sich aber sofort wieder anmeldet.
Ich bin guten Gewissens, dass sich diese Probleme noch im Laufe der Erweiterung von Leopard beheben. Außerdem sind es nur minimale Einschnitte, die die Genialität des Systems kaum mindern.
Das war es also: Mein Resümé nach drei Monaten als Mac-User.
Ein bisschen ist sie abgeebbt, meine extreme Lernwut. Ich denke, dass ist normal. Jeden Tag 5-8 Stunden lernen kann man auf Dauer vermutlich gar nicht durchhalten und doch plagt mich das schlechte Gewissen, wenn ich nur 2 Stunden oder gar einen Tag mal gar nichts lerne.
Die Zweifel ob ich das wirklich alles schaffe sind eine zusätzliche Belastung. Mit der ersten Prüfung Ende April wird sich sicherlich einiges klären.
Samstag Abend. Schon seltsam. Ich sitze hier mit meinem MacBook im Wohnzimmer vor dem Fernseher und versuche die Zeit totzuschlagen. Um ein Uhr muss ich meine Eltern von einer Party abholen. Vor nicht mal einem Jahr war ich derjenige, den sie nachts um 4 von irgendeiner Drecks-Saufparty nach Hause zerren mussten. Eher „verladen“, denn ich hatte mich vorher meist selbst ausgeschaltet . Die entscheidenen Frage ist eigendlich: Ist diese Entwicklung positiv oder negativ.
Das wirklich Unerwartete am Älterwerden ist die zwangsläufige Reduktion des Kontaktes mit Freunden, die sich, nun auf ihren eigenen Wegen, überall auf der Welt verstreut herumtreiben. Vielleicht ist das normal.
Manchmal mündet alles nur noch in einen einzigen großen Seufzer, der irgendwo zwischen Herz und Hirn steckt. Wegen dem Irrsinn, der unseren Weg stehts begleitet. Dann vergräbt man sich in sein Lernen und der Seufzer wird zu einem Schrei.
Ein Schrei nach einer Ewigkeit zum lernen.







