Lernen, Lernen und alle paar Monate einen saufen. Dazwischen immer wieder der alltäglich Wahnsinn, den man heutzutage als Berufsausbildung bezeichnet. Letztens war ich mal wieder raus mit der Kamera. Der Wald ist noch da! Erschrocken musste ich feststellen, dass es schon fast Sommer ist. Schließlich blüht der Raps.

Die erste Klausur und das Laborpraktikum liegen hinter mir und ich habe den sagenumwobenen Kuperferbolzen in der Hose, weil die Ergebnisse auf sich warten lassen. Es muss einfach klappen. Zuviel Mühe und Herzblut steckt da drin. Und ich habe schon zuviel dafür geopfert.

Retrospektive

Ich erinnere mich noch an den Wodkaabend bei Roman. Wir soffen kräftigtst in dem kleinen Zimmer, dass er bei seiner Oma in Poggenhagen bewohnte und fuhren irgendwann los, um mit einem Zug zu fahren, der schon längst weitergefahren war.

Nun wurde es zunehmend nebulös: Wir radelten Richtung Neustadt, was normal wäre, hätten wir die Absicht gehabt nach Hause zu fahren. Seltsamerweise ist das nächste, woran ich mich erinnere, dass ich auf der nächsten Party saß. Irgendjemand schenkte mir ein Saftglas mit Billig-Rum voll und ich stürzte es runter. Danach wird alles dunkel.

Als ich am nächsten morgen in meinem Bett aufwache, weiß ich nicht, wie ich dort gelandet bin. Jedenfalls bin ich komplett angezogen inklusive Jacke und Schuhe. Gott sei Dank bin ich immer noch dermaßen betrunken, dass ich den enormen Kater, der in meinem Kopf lauert nicht spühre.

Meine Schwester erzählte mir beim Frühstück, dass sie mich in Embriohaltung im Hausflur fand gegen 7 Uhr morgens, was mich recht verwundert, denn ich hatte es geschafft 13 Kilometer mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren ohne dabei ernsthafte Verletzungen davonzutragen aber die letzte Hürde bis zum Bett war dann zu viel?

Nun, was lernen wir darauß? Wenn ihr eine Vorliebe für Wodka entwickelt, fahrt besser nach Hause. Und Billig-Rum ist noch schlimmer.

“Endlich wieder unterwegs” II

Zum ersten Mal seit mehreren Wochen war ich wieder draußen zum Fotographieren. Als ich heute morgen erwachte, schien so wunderbar die Sonne, durch den Schnee verbreitete sich ein einzigartiges Licht; der Gedanken sich an den Schreibtisch zu setzen wird da zur Qual…

“Endlich wieder unterwegs” I

 

Ich muss blinzeln, als mir die Sonne beim Aufwachen wärmend ins Gesicht scheint. Eine Weile dauert es, bis die Gedanken klar werden. “Wo bin ich?”. Überall zwitschern Vögel, eine Libelle summt vorbei; intensiver Duft nach Thymian. Als ich mich aufrichte, liegt das Meer vor mir. Wie zu Bestätigung kreischt eine Möwe.

Ein Stück weiter beginnt der Strand und meine nackten Füße berühren den zärtlich nassen Sand. Die Frage wird bedeutungslos.

Warum ich heute nicht zum Lernen kam

Benni und ich wanderten durch die tote Stadt. Ursprünglich waren wir unterwegs in die große Stadt, doch wir entschlossen uns zu einem Zwischenstop um Getränke zu kaufen. Der graue Schleier war wie gewöhnlich präsent, umhüllt einen und fördert die Verzweifelung, die man sonst ganz gut unter Kontrolle hat. So wanderten wir mit Bieren unterm Arm die Straße entlang.

Ein Auto hielt neben uns und wie durch ein Licht des guten wird der graue Schleier von zwei wunderschönen Frauen durchbrochen. Gesunde, gut gelaunte blauäugige Gesichter mit einem latenten Lächeln auf den Lippen teilen einem mit, dass sie in die große Stadt wollen, genau wie wir. Sie sind leicht alternativ angezogen wirken auf Anhieb aufgeschlossen und sympathisch. Sie wollen einfach einen schönen Abend verbringen. Ich beschreibe ihnen den Weg und frage mich, warum sie volle 30 Kilometer von ihrem Ziel abgekommen sind und gehe weiter.

Es hätte so ein schöner Abend werden können: “Ja wir wollen auch in die große Stadt, nehmt uns einfach mit und wir zeigen euch wo es langgeht”. Wer weiß was dann passiert wäre? Dies alles wird mir nur leider erst dann klar, als die Beiden schon längst außer Sichtweite sind. Nicht, dass man nur auf einer schnellen Nummer aus wär. Das Problem ist, wenn man in einem männlichen dominierten Beruf arbeitet und auch noch einen männlich dominierten Studiengang belegt so selten Zeit mit Frauen verbringen kann. Es fehlt einfach etwas und man fühlt sich oft einsam.

“Neeeeeein” stöhne ich und erkläre Benni meine Gedankengänge.

Die nächsten 10 Minuten verbringen wir damit unsere eigene lahme Blödheit zu verfluchen. Auch im Zug noch und in der Stadt angekommen. Währendessen lehren wir ein Bier nach dem anderen. Eigendlich wollte ich nicht soviel trinken aber es ist so unendlich frustrierend, dass man die Chance auf einen netten Abend derartig blöde in den Sand gesetzt hat.

Natürlich nehmen wir die falsche Straßenbahn auf dem Weg zu einem Freund. So sind wir gezwungen, den größten Teil des Weges an den Gleisen entlang zu latschen. Ich komme mir vor wie in einem billigen Wildwestfilm. Als wir an unserem Ziel ankommen, sind wir betrunken. Der übliche Abend, die übliche Prozedur. Wie oft wünschte man sich schon etwas besonderes, anderes zu erleben.

Ich fahre früher nach Hause. Am Bahnhof in der großen Stadt sind unzählige Ziellose unterwegs. Die Meisten von ihnen sind betrunken.”Vielleicht wollen wir gar nicht rauß, aus dem Trott, vielleicht tun wir uns alle ganz gerne selbst Leid” denke ich und vor dem Hintergrund kaufe ich mir spontan noch zwei Halbe und trinke sie im Zug. Vielleicht ist aber auch die Vorstellung, dass einem mal etwas positives wiederfährt so absurd geworden, dass man es schon gar nicht mehr erkennt.

Auf der Hälfte der Strecke drückt mir die Blase. Durch den Zug wankend stelle ich fest, dass die Toilette nicht benutzbar ist. Ich versuche auszuhalten doch es drückt zu sehr also steige ich an der nächsten Haltestelle aus und in ein anderes Abteil ein. Die Zugtoilette ist bis oben hin vollgepisst doch mir ist alles egal und pinkel einfach drauf.

Der nächste Morgen beginnt mit heftigen Kopfschmerzen, wie zu erwarten, ein Gefühl, dass ich gar nicht vermisst hab.

Aus diesen Ereignissen resultiert, dass ich heute zu verkatert war um zu lernen, obwohl nächsten Monat Prüfung in Werkstofftechnik ist und ich noch jede Menge Stoff vor mir hab.

Die Zukunft macht mir Angst.

“Ich rauche einen fetten Kopf. Danach legt´s mich erst mal auf den Dielenboden. Die Straßenbahn fährt an. Vögel zwitschern, Autos rauschen vorbei, zwei Mädchen gackern. Das Leben findet statt. Ich spür´s ganz deutlich… das frische alkoholische Prickeln unter der Haut, Frühling, Schwimmbad, Mädchen. Zauber, Jugend, … die Anderen, … ganz klar fühl ich´s, ich bin ja stoned deluxe. Schließlich raff ich mich auf – sogar die Musik sagt „Go!“ – und leg mich nochmal zu mir rüber. Auch mein Fenster ist offen, aber ich hab Ohrstöpsel. Der Flash kommt und zieht mich für Stunden in diesen Zwischenzustand, schlafend, fühlend, denkend, vergessend.”

von: goneastray

Alles ist im Fluss…

Ein dunkler Raum. Eine schwache Lichtquelle erhellt einen Teil der Wand, als hätte jemand einen Farbklecks auf einem Schwarz-Weiß-Film hinterlassen. Das Zimmer ist nicht sehr groß, das Bett auf dem der Mann liegt nimmt bereits einen großen Teil des Raums ein. Er atmet schwer; in der Ferne hört er den niemals aufhörenden Strom der Wichtigkeit. Genug davon! Die Kopfhörer finden ihren Weg in die Ohren, die Töne tragen ihn davon. Auf eine Bühne, an einen Strand, in die Arme einer Frau. Beinahe, ja für einen kurzen Moment riecht er ihre Haare. Dann ist es vorbei und es ist wieder da, das Leben.

 

Schrei’s heraus

 

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